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INDIVIDUUM UND KOSMOS IN DER PHILOSOPHIE DER RENAISSANCE IBD

VIEWEG+TEUBNER VERLAG
01 / 1927
9783663153511
Alemão

Sinopse

2 ------------------------------------------------------- Scholastik erfahren haben, nicht wiedererkennen -- so wenig wie Aktaeon nach seiner Verwandlung in einen Hirsch von seinen Hunden erkannt wurde. 1) In diesem Urteil hat die neue geistige Bewegung des Humanis¡ mus ihren Frieden mit Aristoteles geschlossen. An Stelle des Kampfes gegen ihn tritt die Forderung seiner sprachlich-geistigen Aneignung. Die Probleme, die hieraus erwuchsen, aber waren selbst eher philologischer als philosophischer Art. Eifrig wird jetzt erörtert, ob der Begriff des Aristotelischen . . ? &YOt&ov - wie es in der Übersetzung Leonardo Brunis geschehen war -- durch die Bezeichnung summum bonum oder durch die Bezeichnung des bonum ipsum wiederzugeben sei. An dem Streit um die Schreibung des Aristotelischen Begriffs der Entelechie (als ente¡ lechia oder endelechia) und um die verschiedenen Deutungsmöglich¡ keiten, die sich aus ihr ergeben, nehmen die bekanntesten Humanisten wie Filelfo, Angelo Poliziano u. and. teiJ. 2) Aber auch außerhalb des engeren Kreises des Humanismus, -- auch dort, wo in dem neuen Bünd¡ nis, das Philosophie und Philologie jetzt eingehen, der Primat der ersteren anerkannt wird, kommt es in der Philosophie selbst zu keiner wahrhaft methodischen Erneuerung. Der Kampf um den Vorrang der Platonischen oder Aristotelischen Lehre, wie er in der zweiten Hälfte des 15. Jahr¡ hunderts geführt wird, führt nirgends in die Tiefe letzter prinzipieller Voraussetzungen zurück. Der Maßstab, in dessen Anwendung die beiden gegnerischen Parteien einig sind, liegt auch hier jenseits des systematisch¡ philosophischen Bereichs in religiösen Voraussetzungen und in dog¡ matischen Entscheidungen.